Kategorien
Allgemein

Aller Anfang ist schwer – auch wenn er spannend ist

Eine Studentin berichtet.

Ein Ausstellungskonzept im Rahmen einer Lehrveranstaltung entwickeln und umsetzen? Das klang so interessant, dass ich mich neben einer Reihe weiterer Studierender sofort zum Seminar „Ausstellung machen. Konzepte entwickeln und umsetzen“ einschrieb. Mir war zwar nicht ganz klar, was auf mich zukommen würde, aber meine Bereitschaft, zu einem Format kreativer Wissensvermittlung beizutragen, war groß.

Durch den, der Corona-Pandemie geschuldeten, Lockdown fanden wir uns in Online-Meetings wieder, um uns in Kleingruppen zu organisieren und jene unzähligen Details und Entwicklungsschritte auszuarbeiten, die hinter einer Ausstellung stecken. Wir sahen uns mit neuen Herausforderungen konfrontiert, denn die meisten von uns starteten mit wenig Erfahrung in die Konzeption der Ausstellung. Die Beschäftigung mit den Postkarten hatte etwas Sentimentales und Emotionales. Die Reise durch das Postkarten-Material lieferte uns (wissenschaftliche) Erkenntnisse, warf aber auch Fragen auf. Es machte Freude, durch das Ausstellen des Postkartenbestands der Universitätsbibliothek wissensvermittelnd tätig zu werden. Dass Menschen begleitend zur Ausstellung die Möglichkeit haben, diese auch virtuell zu besuchen, ist ein gelungenes Experiment. Engagement ließ aus diesem Ausstellungsprojekt ein spannendes Erlebnis werden.

Kategorien
Allgemein

Karbatsch-Katel: „Wussten Sie, dass …

… ich gerade einen Beliebtheitswettbewerb gewonnen habe und das im zarten Alter von 118 Jahren. Gegen 500 Mitbewerber*innen konnte ich mich durchsetzen, obwohl ich kaum etwas über mich preisgegeben habe.“

So könnte die Karbatsch-Katel reagiert haben, als sie von uns Studierenden zum Leitmotiv der Ausstellung #UNGELAUFEN – 501 historische Ansichtskarten gewählt wurde. Die Karbatsch-Katel-Karte hatte uns von Beginn an in ihren Bann gezogen und konnte somit den Wettbewerb um die Leitfigur schnell für sich entscheiden.

Doch wer ist die Karbatsch-Katel eigentlich?

Da unser Interesse an der Person auf der Ansichtskarte geweckt war, begann alsbald die Suche nach Informationen. Um möglichst viele Menschen zu erreichen und die Schwarmintelligenz von Social Media richtig zu nutzen, stellten wir eine Ausschreibung in zwei Facebook-Gruppen, die sich mit dem historischen Kärnten und der Ahnenforschung in Kärnten und Krain beschäftigen. Zu unserer Überraschung löste die Karbatsch-Katel reges Interesse aus. Sie führte zu Diskussionen und vielen neuen Anregungen zur weiteren Recherche. Eine andere Informationsquelle war das Museum im Lavanthaus, denn die Karbatsch-Katel ist wohl eine Lavanttalerin gewesen.

Was wissen wir bis jetzt?

Trotz der vielen Tipps ist die Identität der Karbatsch-Katel bis jetzt ein gut gehütetes Geheimnis. Die Karte erschien 1903 im Wolfsberger Ernst Ploetz Verlag, das Foto entstand am Hohen Platz in Wolfsberg. Es wird vermutet, dass sich ihr Name von der Weidenrute, die sie in der Hand hält – einer Karbatsche – ableitet. Katel war in Wolfsberg und Umgebung wohl allgemein bekannt und könnte Karbatschen hergestellt haben. Oder war sie eine stadtbekannte „Straßenkarbatsche, Pflastertreterin“ bzw. Streunerin, wie das Deutsche Wörterbuch der Gebrüder Grimm behauptet? Oder eine Kuhhirtin, die das Kalb im Hintergrund hütete? Auch von Redewendungen wie „Du siehst aus wie a Karbatsch-Katel“, haben wir gehört.
Doch es gibt mit Sicherheit noch einiges über sie zu erfahren.

Darum hier noch einmal ein Aufruf:

Wer ist Karbatsch-Katel?
Schreiben Sie dazu gerne etwas in unser digitales Gästebuch.
Wir freuen uns über jeden Hinweis!

Kategorien
Allgemein

Projektstart

An einem verregneten Dienstagnachmittag im Oktober 2020 traf sich eine Gruppe Studierender der Angewandte Kulturwissenschaft und Visuellen Kultur zur ersten Sitzung des Seminars „Ansichtskarten – Kommunikationsmittel, Sammelobjekt, Zeitdokument“ unter der Leitung von Ute Holfelder. Schnell war allen klar, historische Ansichtskarten haben eine Menge zu erzählen: ihre Sujets zeigen die Welt, wie sie vor hundert Jahren aussah, sie offenbaren ästhetische Vorlieben, sie legen Zeugnis ab von technischen Möglichkeiten und früheren Druckverfahren und verkörpern den damaligen Zeitgeist. Ein Semester lang forschten die Studierenden und verfassten anschließend anregende Ausstellungstexte. Im darauffolgenden Semester wurde in der Lehrveranstaltung „Ausstellung machen! Konzepte entwickeln und umsetzen“ an der Planung und Umsetzung einer Ansichtskarten-Ausstellung gearbeitet. „Es war eine Praxiswerkstatt, in der sich alle ausprobieren konnten“, berichtet eine Studentin.

Das Ergebnis ist von 23. Juni bis 31. Oktober 2021 im Zeitschriftenlesesaal der Universitätsbibliothek Klagenfurt zu besichtigen. Unter dem Titel #UNGELAUFEN – 501 historische Ansichtskarten sind die Ansichtskarten-Raritäten der bibliothekseigenen Sondersammlung zu bestaunen, und man kann das Medium Ansichtskarte in seiner ganzen Vielfalt kennenlernen.

Dieser Blog bringt Ihnen, werte Leser*innen, den Entstehungsprozess der Ausstellung näher. Viel Spaß beim Stöbern und Entdecken.