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Interview

Interview mit Studentin Karina Lochner

Die Kulturwissenschaftsstudentin Karina Lochner berichtet vom Lehrforschungsprojekt und der Suche nach der Karbatsch-Katel.

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Interview

Interview mit Bibliothekarin Christa Herzog

Die Leiterin der Kostbarkeiten-Reihe der Universitätsbibliothek Klagenfurt, Christa Herzog, erzählt von der Postkartensammlung.

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Interview

Interview mit Kuratorin Barbara Maier

Die Kuratorin und Leiterin von Wissen schafft Kunst, Barbara Maier, berichtet von der Idee der Postkarten-Ausstellung.

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Interview

Interview mit Dr. Ute Holfelder

Die Kulturwissenschaftlerin Dr. Ute Holfelder gibt Einblicke in die Arbeit an der Postkarten Ausstellung #UNGELAUFEN.

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Postkarten

Die „Heimat“ der Postkartensammlung

Die Karte zeigt eine Häuserfront in der Kaufmanngasse, Klagenfurt. Eine Frau – vielleicht die Gattin von Direktor Fuchs, welcher von 1942 bis 1953 Leiter der Studienbibliothek war – steht vor einem Tor, die Hand auf der Türklinke. Bis 1970 war hier auf Nr. 11 der Eingang in die Studienbibliothek (im Zuge der Gründung Universität wurde diese in eine Universitätsbibliothek umgewandelt). Die Karte 133 zeigt also die „Heimat“ der Postkartensammlung.

Persönlicher, handschriftlicher Vermerk von Richard Fuchs – Leiter der Studienbibliothek von 1942 bis 1953.  

Sechs weitere Karten im Konvolut waren ursprünglich von Fuchs’ Verwandten versendet worden und sind also „gelaufen“. Wie durch ein Guckloch blickt man auf einen winzigen Ausschnitt von alltäglich Privatem, Persönlichem, wie exemplarisch die Karte Nr. 111 zeigt:

Familie wirkl. Amtsrat Hanns Fuchs, Wien 62/VII, Str. d. Julikämpfer 2/II
Augsdf-Velden  13.8.1942

Liebe Tante, lieber Onkel!
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge, d.h. teils Regen, teils Sonnenschein verbringen wir hier die Tage. Noch ein Tag Frist ist mir gegeben, dann geht es über Klagenfurt nach Graz zu Mina und dann am Montag wieder nach Wien. Der Aufenthalt gestaltete sich trotz Krieg recht angenehm. Näheres mündlich. Hanne ist schon in Wien.
Lotte kommt Montag her.
Viele Handküsse von Gabriele und Hermann.

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Allgemein

Aller Anfang ist schwer – auch wenn er spannend ist

Eine Studentin berichtet.

Ein Ausstellungskonzept im Rahmen einer Lehrveranstaltung entwickeln und umsetzen? Das klang so interessant, dass ich mich neben einer Reihe weiterer Studierender sofort zum Seminar „Ausstellung machen. Konzepte entwickeln und umsetzen“ einschrieb. Mir war zwar nicht ganz klar, was auf mich zukommen würde, aber meine Bereitschaft, zu einem Format kreativer Wissensvermittlung beizutragen, war groß.

Durch den, der Corona-Pandemie geschuldeten, Lockdown fanden wir uns in Online-Meetings wieder, um uns in Kleingruppen zu organisieren und jene unzähligen Details und Entwicklungsschritte auszuarbeiten, die hinter einer Ausstellung stecken. Wir sahen uns mit neuen Herausforderungen konfrontiert, denn die meisten von uns starteten mit wenig Erfahrung in die Konzeption der Ausstellung. Die Beschäftigung mit den Postkarten hatte etwas Sentimentales und Emotionales. Die Reise durch das Postkarten-Material lieferte uns (wissenschaftliche) Erkenntnisse, warf aber auch Fragen auf. Es machte Freude, durch das Ausstellen des Postkartenbestands der Universitätsbibliothek wissensvermittelnd tätig zu werden. Dass Menschen begleitend zur Ausstellung die Möglichkeit haben, diese auch virtuell zu besuchen, ist ein gelungenes Experiment. Engagement ließ aus diesem Ausstellungsprojekt ein spannendes Erlebnis werden.

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Hinter den Kulissen

Die Farben der Karbatsch-Katel oder aus dem Leben einer Grafikgruppe

Hinter den Kulissen – Grafik.

Geschmäcker und Farbnuancen sind ja bekanntlich vielfältig. Darum war es auch gar nicht so einfach die passenden Farben und Darstellungsformen für die Textbanner der Ausstellung #UNGELAUFEN – 501 historische Ansichtskarten zu wählen.

Künstlerisch ambitioniert und motiviert, schafften wir, die Grafikgruppe, es dennoch unsere Ideen in einem gemeinsamen Konzept zu vereinen. „The Colours of the Year 2021“ – ja so etwas gibt es wirklich – waren unser Ausgangspunkt. Aus diesem Vorschlag heraus, entwickelte unsere Grafikerin Michaela die Idee, eine Farbskala aus unserer Leitpostkarte „Karbatsch-Katel“ zu generieren. Erschien der Scan der Karbatsch-Katel-Karte zuerst ausgeblichen und eintönig, zeigte ein professioneller Scan die Tiefe der Farbnuancen, die in der Abbildung stecken. Wir entschieden uns, drei dieser Karbatsch-Katel-Farbtöne für die Textbanner zu nutzen.

Texte und Bilder galt es nun zu fusionieren, um die Inhalte unserer Ausstellung transportieren zu können. Unser bildnerischer Tatendrang wurde durch die fachliche Kompetenz Michaelas bereichert und unser picassogleicher Entwurf der „Erstlingsbanner“ entwickelte sich zu einem DaVinci!

Farbenfroh und doch elegant ging schon bald unser erstes Banner in den Vorabdruck. Dadurch kam die eine oder andere Unstimmigkeit noch zum Vorschein. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an unsere Grafikerin Michaela, für die Unterstützung durch ihr geschultes Auge!

Die Farbdiskussion war damit aber noch nicht beendet. Nun galt es zu entscheiden, welche Ausstellungstexte mit welcher der drei ausgewählten Farben hinterlegt werden sollte. Diese Entscheidung wurde letztlich in Abstimmung mit den Kurator*innen getroffen – denn das Farbkonzept muss auch zu den Textinhalten und der Hängung der Fahnen passen. Die Textbanner sind nun bereit und können noch bis 31. Oktober 2021 im Zeitschriftenlesesaal der Universitätsbibliothek besichtigt werden.

Die Moral von der Geschicht’: Schwarz und Weiß sind Nichtfarben und manchmal darf es auch etwas bunter sein. Und: Es ist gar nicht so einfach den Geschmack eines Jeden zu treffen oder einen Termin zu finden, an dem alle Zeit haben!

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Hinter den Kulissen

Raum neu denken – Ausstellung digital

Hinter den Kulissen – Webseiten-Gruppe.

Wenn man an eine Ausstellung denkt, so denkt man an einen Raum mit weißen Wänden, gemalten Bildern und gedruckten Texten. Man denkt an einen Ort, den man betreten, durchqueren und verlassen kann. Doch Ausstellung geht auch anders: digital, in einem Raum mit unergründlichen Tiefen, der doch nur aus 0 und 1 besteht.

Sie befinden sich gerade in einem solch virtuellen Raum, lesen einen Text, lesen viele Texte über Ansichtskarten und haben viele Ansichtskarten gesehen, ohne sie jemals gesehen zu haben. Wir freuen uns, dass Sie hier sind. Willkommen in der virtuellen Ausstellung #UNGELAUFEN – 501 historische Ansichtskarten!

Wir, die Webseiten-Gruppe der Postkarten-Ausstellung, haben diese Räume entwickelt, durch die Sie sich derzeit „bewegen“. Wir haben sie gebaut und waren dabei stets mit der Ambivalenz zwischen Freiheit und Abhängigkeit konfrontiert. Denn einerseits bietet das Internet eine undurchdringbare Vielzahl an Möglichkeiten – Sie ahnen ja nicht, wie viele Plugins (also Software-Zusatzmodule) ein Content Management System wie WordPress (ein Software-System, mit dem man Webseiten erstellen kann) hat. Andererseits ist man stets mit der Inflexibilität der Webseiten-Tools konfrontiert. Auch wenn man „einfach nur“ das eine Kästchen größer, das andere kleiner, die Überschrift weiter oben und das Bild weiter unten haben möchte, stößt man immer wieder an die Grenzen des Systems. Dabei scheint das Anliegen doch so einfach zu sein – in der realen Welt kann man die Gegenstände in der Vitrine doch auch problemlos hin- und herschieben, bis alles passt. Aber die virtuelle Welt ist eben anders… Viele Fehlversuche und noch mehr Tutorials später, waren die meisten Probleme gelöst. YouTube ist in diesem Semester zu unserem besten Freund geworden.

Ein wichtiger Teil unserer Arbeit bestand darin, die richtigen Tools für die Erstellung einer Ausstellung zu finden. Wie kann eine interaktive Karte gestaltet werden und wie sollen die Ausstellungsräume aussehen? Waren die Tools einmal gewählt und ein gewisses Grundverständnis über deren Nutzung angeeignet, mussten die Informationen, Texte und Bilder noch eingepflegt werden. Kopieren, einfügen, kopieren, einfügen … zum Glück gibt es so etwas wie Shortcuts (sprich Tastenkürzel).

Die virtuelle Ausstellung ist nun eröffnet. Schauen Sie sich um, machen Sie einen Rundgang und verlaufen Sie sich nicht. Wann immer Sie auf die Landing Page (sprich die Hauptseite) zurück wollen, klicken Sie auf die Karbatsch-Katel-Figur in der oberen Menüleiste. Sie wird Ihnen den Weg zum Hauptraum unserer Ausstellung weisen.

Viel Spaß!
Ihr Webseiten-Team

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Hinter den Kulissen

Von der Kunst, die Werbetrommel zu rühren

Hinter den Kulissen – Öffentlichkeitsarbeit.

Die Eröffnung der Ausstellung rückte im Sommersemester 2021 in schnellen Schritten näher, was für uns, die Öffentlichkeitsarbeits-Gruppe, eine Reihe an verschiedensten Aufgaben mit sich brachte. Die Bewerbung der Ausstellung #UNGELAUFEN – 501 historische Ansichtskarten und deren Eröffnung erforderten eine Menge Organisationstalent und Flexibilität. Man kann nicht einfach die ganze Stadt vollplakatieren und hoffen, dass die Menschen die Ausstellung besuchen werden. Nein, jeder Schritt der Öffentlichkeitsarbeit ist präzise geplant.

In diversen Teambesprechungen über Zoom organisierten wir unsere Social Media Aktivitäten. „Was posten wir wann und wo?“ waren zentrale Fragen der Planungstreffen. Fotos ausgewählter Karten kamen dabei genauso zum Einsatz wie das Titelsujet der Ausstellung und Interviews mit Mitwirkenden, die von ihren Erfahrungen mit der Planung und Umsetzung der Ausstellung erzählten.

Auch abseits von Social Media gab es viel zu tun. Wir verfassten einen Pressetext und Texte für Flyer und Einladung zur Ausstellungseröffnung. Sogar im Universitätsmagazin ad astra erschien ein Artikel von uns: https://www.aau.at/blog/ungelaufen/. Und auch dieser Blog, den Sie gerade lesen, war Teil der Öffentlichkeitsarbeit. Zwar ähneln sich die Inhalte auf all diesen Plattformen, doch das Wording und Layout ist sehr verschieden – da muss auf jedes Detail geachtet werden. Es macht einen großen Unterschied, ob wir uns an Presseleute, Leser*innen der Uni-Zeitschrift oder Social Media Nutzer*innen wenden.

Beim Schreiben machten uns vor allem die Textlängen zu schaffen: Knapp und doch informativ sollten alle Beiträge sein und die interessantesten Aspekte hervorheben. Doch bei 501 Karten ist es gar nicht so einfach einzelne Themenfelder herauszupicken, denn jede*r von uns hat andere Vorlieben. Bei der Vorbereitung der Werbemaßnahmen merkten wir schnell, dass Öffentlichkeitsarbeit vor allem eins ist: Teamwork. Die Bewerbung erfolgte in enger Abstimmung mit den anderen Gruppen. Ohne das Grafikteam hätten wir kein Plakat, mit dem wir das Event bewerben können, ohne die Kurator*innen-Gruppe wüssten wir nicht, wie die Ausstellung und deren Eröffnung aussehen würde, ohne die Online-Gruppe, die die Webseite entwickelte, hätten wir diese Blog-Einträge nicht veröffentlichen können. Es sind viele Teile, die berücksichtigt und miteinander abgestimmt werden müssen, um eine Ausstellung auf die Beine zu stellen.

Nur wer die Kunst die Werbetrommel zu rühren beherrscht, kann die die Ausstellungsinhalte schließlich in die Welt hinaustragen.

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Hinter den Kulissen

Licht am Ende des Tunnels

Hinter den Kulissen – Kuratorisches Konzept.

Eine Ausstellung zu organisieren, birgt zu Pandemie-Zeiten besondere Herausforderungen. In diesem Blog erzählen wir, das Kurator*innen-Team, über die Last der Ungewissheit und den Planungsprozess der Ausstellung.

Unsere Ausgangslage als Kurator*innen lässt sich am besten mit unserer gewählten Titelkarte beschreiben. Aufgrund der Pandemie befanden wir uns in einem dunklen Tunnel der Ungewissheit, der uns in unserer Arbeit stark beschränkte und somit am Voranschreiten hinderte. Von Woche zu Woche hofften wir auf klare Informationen, um mit einer genauen Planung fortsetzen zu können. In unseren Homeoffices stellten wir uns mehrere Fragen: Wird unsere Ausstellung überhaupt stattfinden? Und falls sie stattfinden sollte, können wir mit Gästen rechnen? Mit welchem Hygienekonzepten müssen wir arbeiten? Und wird die Vernissage indoor oder outdoor sein?

Als wir dann dank sinkender Covid-Fallzahlen erste Planungs- und Umsetzungsschritte durchführen konnten, legten wir sofort los! Wir überlegten uns, wie sich 501 Ansichtskarten am besten präsentieren lassen und wie wir Besucher*innen zum Verweilen anregen könnten. Aus unseren Überlegungen heraus entwickelten wir einen „Fahnengang“ mit Kurztexten zum Thema Ansichtskarten, konzipierten eine Leseecke mit Postkarten-Sammelalben zum Durchblättern, planten wie die Vitrinen mit Originalkarten bestückt werden sollten und stellten einen Postkartenständer mit Karten zum Mitnehmen auf. Für die Ausstellungseröffnung wählten wir ein Streaming-Format, um viele Menschen erreichen zu können, ohne die Corona-Auflagen zu missachten.
Wieder mal zeigte sich, es gibt Licht am Ende des Tunnels!

Wir freuen uns auf viele interessierte Besucher*innen in unserer Postkarten-Ausstellung von 23. Juni bis 31. Oktober 2021 im Zeitschriftenlesesaal der Universitätsbibliothek Klagenfurt!